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![]() ZahnimplantateZahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln zur Befestigung von Kronen und Brücken (festsitzender Zahnersatz) oder Prothesen (herausnehmbarer implantatgetragener Zahnersatz). Der auf Implantaten verankerte Zahnersatz wird auch als Suprakonstruktion bezeichnet. Zahnimplantate sind heute fast ausschließlich aus Titan gefertigt, wobei die Oberfläche durch Säureätzung und/oder mechanische Bearbeitung (Strahlung) zum besseren Verbund mit dem Kieferknochen bearbeitet ist. Zahnfarbene Keramikimplantate befinden sich noch im Entwicklungsstadium und sind in ihrer Haltbarkeit bisher Titanimplantaten noch nicht ebenbürtig. Heutzutage sind Zahnimplantate zylinder- oder wurzelförmig. Sie werden nach Bohrung in den Kieferknochen in diesen geschraubt oder geklopft. Gegenwärtig werden allein in Deutschland mehr als 500.000 Zahnimplantate pro Jahr gesetzt; Tendenz steigend. Die meisten Zahnimplantate heilen nach Einbringen in den Kieferknochen unbelastet für einige Monate unter der vernähten Mundschleimhaut ein (subgingivale Einheilzeit 2-6 Monate). Einige Implantatsysteme heilen transgingival ein, d.h. das Implantat tritt durch die Schleimhaut hindurch. Nach der Einheilzeit werden die subgingival eingeheilten Implantate durch einen kleinen Schleimhautschnitt freigelegt und ein Gingivaformer in das Implantat eingebracht, um den Schleimhautsaum an der Durchtrittsstelle auszuformen. Danach erfolgt bei allen Systemen die Abformung des Kiefers mit den Implantaten und die Anfertigung des implantatgetragenen Zahnersatzes durch ein zahntechnisches Labor (Dentallabor). Da sich aufgrund von Zahnverlust der Kieferknochen am Ort der geplanten Implantatsetzung zurückgebildet hat, ist oftmals vor Implantatsetzung ein Kieferkammaufbau notwendig. Dieser wird - je nach Situation - einzeitig zusammen mit der Implantatsetzung oder zweizeitig, d.h. einige Monate vor der Implantatsetzung vorgenommen. In Abhängigkeit vom Knochenschwund und der gewählten Implantatversorgung kommen hierfür Knochenersatzmaterialien oder Knochentransplantationen zur Anwendung. Bei transgingival einheilenden Zahnimplantaten ist der gleichzeitige Knochenaufbau nicht immer möglich. Allein in Deutschland sind gegenwärtig mehr als 80 verschiedene Implantatsysteme auf dem Markt. Pro Monat kommen durchschnittlich 2 neue Systeme hinzu. Kein Implantologe hat alle Systeme verfügbar. Die 5 größten Implantathersteller teilen sich über 80% des Marktes. Im Gegensatz zu der Vielzahl anderer Hersteller werden diese Systeme der Marktführer seit Jahren erfolgreich eingesetzt und sind klinisch umfangreich dokumentiert. Es ist davon auszugehen, dass eine Vielzahl der anderen konkurrierenden Implantatsysteme langzeitig nicht auf dem Markt bestehen wird. Die Folge ist, dass deren Ersatzteile dann zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. bei einer notwendigen Erweiterung oder Reparatur der prothetischen Suprakonstruktion nicht mehr zur Verfügung stehen und die Implantate in einem solchen Fall gegebenenfalls nicht mehr verwendet werden können (mit der eventuellen Konsequenz einer notwendigen operativen Entfernung in Kombination mit einer erneuten Implantatsetzung eines anderen Implantatsystems). Allein aus diesem Grund ist es sinnvoll, ein etabliertes Implantatsystem der Marktführer zu wählen, auch wenn dieses in der Regel teurer ist als ein Nachahmerprodukt. Die einzelnen Implantatsysteme unterscheiden sich bezüglich ihrer Oberflächenbeschaffenheit, die ausschlaggebend ist für den Implantat-Knochenverbund (und damit für die sogenannte Osseointegration) und bezüglich ihrer Formgebung (Makro- und Nanostruktur). Moderne Implantatsysteme haben eine aufgerauhte Implantatschulter (die Implantatschulter ist der obere Anteil des Implantats) sowie ein Mikrogewinde im Bereich der Implantatschulter. Eine konische Verbindung zwischen Implantataufbau und Implantatkörper kann von Vorteil sein. Diese Spezifikationen verhindern eine spätere Knochenresorption um die Implantatschulter. Einige Implantatsysteme weisen eine zusätzliche Beschichtung für einen besseren Knochen-Implantatverbund auf. Zusätzlich unterscheiden sich die verschiedenen Implantatsysteme in der Anzahl und Auswahl der zur Verfügung stehenden Aufbauten, um die prothetische Suprakonstruktion optimal auf den Implantaten zu befestigen und bestmögliche ästhetische Ergebnisse zu erzielen. |
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Letzte Änderung: 20.02.2008, 10:48
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